BDBA-Talk: KI in der Ausbildung – was Ausbilderinnen und Ausbilder über den EU AI Act wissen müssen
KI in der Ausbildung – was Ausbilderinnen und Ausbilder über den EU AI Act wissen müssen
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die berufliche Ausbildung. ChatGPT erstellt Aufgaben und Lernmaterialien, KI-Systeme geben Lernenden individuelles Feedback, Lernplattformen analysieren Lernfortschritte und erste Anwendungen unterstützen sogar bei Bewertungen und Prüfungen.
Doch mit den neuen Möglichkeiten entstehen auch neue Fragen:
Was dürfen Ausbilderinnen und Ausbilder mit KI machen? Wo beginnt ein rechtliches Risiko? Welche Anwendungen gelten nach dem EU AI Act als Hochrisiko-KI? Und welche Verantwortung trägt ein Unternehmen, wenn KI in der Ausbildung eingesetzt wird?
Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Anforderungen des EU AI Acts für die berufliche Bildung. An konkreten Beispielen aus dem Ausbildungsalltag wird gezeigt, wie unterschiedlich KI-Anwendungen rechtlich einzuordnen sind – von der Erstellung eines Arbeitsblatts mit generativer KI bis zur automatisierten Bewertung von Lernleistungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wann KI lediglich unterstützt und wann sie Entscheidungen über Lernende beeinflusst. Denn gerade Systeme zur Bewertung von Lernergebnissen, zur Beurteilung des Bildungsniveaus, zur Zulassung oder zur Überwachung von Prüfungen können unter die Regelungen für Hochrisiko-KI fallen.
Dabei geht es nicht darum, KI aus der Ausbildung herauszuhalten. Im Gegenteil: Der EU AI Act soll einen Rahmen schaffen, in dem KI verantwortungsvoll und sicher eingesetzt werden kann. Für Ausbilder bedeutet dies vor allem, Chancen und Grenzen der eingesetzten Systeme zu kennen, Ergebnisse kritisch beurteilen zu können und die eigene Rolle als Mensch im Entscheidungsprozess nicht aus der Hand zu geben.
Im Vortrag behandeln wir unter anderem:
- Was versteht der EU AI Act überhaupt unter einem KI-System?
- Welche Risikoklassen unterscheidet die Verordnung?
- Welche KI-Anwendungen sind in Bildung und Ausbildung besonders relevant?
- Wann kann ein KI-System in der Ausbildung als Hochrisiko-System gelten?
- Welche Anwendungen sind verboten?
- Was bedeutet „Human Oversight“ praktisch für Ausbilder?
- Welche Rolle spielen Datenschutz und personenbezogene Daten?
- Was bedeutet KI-Kompetenz für Unternehmen und Ausbildungspersonal?
- Wie können Unternehmen KI sinnvoll einsetzen, ohne Innovation durch unnötige Verbote zu verhindern?
- Wie hat sich die Rechtslage durch den AI Omnibus 2026 verändert – und welche Fristen und Anforderungen gelten nun für KI-Systeme in der Ausbildung?
Das Ziel ist deshalb nicht, aus Ausbilderinnen und Ausbildern Juristen zu machen. Entscheidend ist vielmehr, dass sie nach dem Vortrag typische KI-Anwendungen im Ausbildungsalltag besser einschätzen können und wissen, bei welchen Anwendungen genauer hingeschaut werden muss.
Die zentrale Frage lautet dabei:
Wie können wir KI in der Ausbildung so einsetzen, dass sie Lernen verbessert, Ausbilder entlastet und gleichzeitig die Verantwortung für wichtige Entscheidungen beim Menschen bleibt?
Referent: Prof. Dr. Markus Dormann; Senior Director & Consultant VET; nu.education
